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US-Zölle auf brasilianischen Kaffee: was das hier ändert

US-Zölle auf brasilianischen Kaffee: was das hier ändert

Stand: 03.09.2026

Am 6. August 2025 belegte Washington brasilianischen Kaffee mit einem Aufschlag von 50 %. Dreizehn Monate später sind diese Zölle auf Kaffee für Rohkaffee und Röstkaffee komplett weg, und trotzdem ist hier kein einziges Paket Bohnen billiger geworden.

Die meiste deutschsprachige Berichterstattung stammt vom August 2025 und wurde nie nachgezogen. Also: erst die echte Chronologie, dann die einzige Frage, die zählt. Kommt davon irgendwas in deiner Tasse an?

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Zölle auf Kaffee: drei Daten, und ein Aufschlag, den es nicht mehr gibt

Am 6. August 2025 kam brasilianischer Kaffee unter einem kombinierten Satz von 50 % in die USA: 10 Punkte „reziproker“ Zoll plus 40 Punkte Zusatzaufschlag, verhängt wegen des Verfahrens gegen Jair Bolsonaro.

Dann drehte der Wind. Laut KPMG strich das Präsidialdekret vom 21. November 2025 die 40 Punkte auf Roh- und Röstkaffee rückwirkend, mit Rückerstattung der seit dem 1. August gezahlten Abgaben. Noch am selben Tag fiel der Arabica-Terminkontrakt um rund 16 Cent je Pfund auf etwa 3,60 US-Dollar, berichtet Daily Coffee News.

Löslicher Kaffee blieb acht Monate länger belastet: Erst am 16. Juli 2026 hob Washington den 25-Prozent-Aufschlag auf, und schützte damit laut Reuters 2 bis 2,5 Milliarden US-Dollar Jahresexport. Bereits vorher hatte Global Coffee Report einen Einbruch von fast 30 % bei den brasilianischen Instantkaffee-Lieferungen 2025 gemeldet.

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Wie eine US-Steuer bis an deine Mühle kommt

Erst mal klarstellen: Deutschland zahlt diesen Zoll nicht, eine amerikanische Einfuhrabgabe, erhoben an der US-Grenze. Nichts, was du bei deiner Rösterei kaufst, fällt unter dieses Dekret.

Allerdings läuft der Effekt indirekt, über den Weltmarkt.

Ab August 2025 kürzten oder stornierten viele US-Röster ihre brasilianischen Bestellungen und leerten stattdessen ihre Lager, während sie auf einen Handelsdeal warteten, meldete eine Agenturmeldung, die Boursorama verbreitete. Brasilien lenkte seine Mengen nach Europa und China um: Der Wettbewerb um die Ware verschiebt sich, die Referenzkurse bewegen sich, und deutsche Lieferverträge werden gegen genau diese Kurse neu verhandelt, meist mit Monaten Verzögerung.

Die Analystin Laleska Moda (Hedgepoint Global Markets) bringt es im Cultivar Magazine auf den Punkt: Eine Steuer von 50 % auf eine Bohne, die die USA selbst nicht anbauen können, verändert vor allem die gekauften Mengen, nicht einfach den Preis an der Kasse.

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Was das für dein Kaffeebudget bedeutet, ehrlich gesagt

Und hier hört es auf. Keine der geprüften Quellen beziffert, was dieser Zoll allein an einem deutschen Ladenpreis ausmacht. Keine Rösterei, kein Institut, keine Fachpresse. „Dein Kilo ist wegen dieser Steuer um X % teurer“ wäre schlicht erfunden, und solche Sätze machen einen ganzen Artikel wertlos.

Was sich sagen lässt: Der Druck ist nicht weg. Trotz der Zollentlastung exportierte Brasilien von Januar bis Juli 2026 rund 20,8 Millionen Sack à 60 kg (12,2 % weniger als im Vorjahr), bei Erlösen von etwa 7,5 Milliarden US-Dollar (minus 16,3 %), laut IndexBox.

Der Preisanstieg, den du seit zwei Jahren zahlst, hat eine andere und weit schwerere Ursache: das Wetter, die Ernten in Brasilien und Vietnam, und Lieferverträge, die zu höheren Börsenkursen verlängert werden. Genau darum geht es in warum dein Kilo Kaffeebohnen 2026 teuer bleibt und im Arabica-Kaffeepreis auf Höchststand. Zwei getrennte Ursachen, die sich überlagern. Nicht dieselbe Geschichte zweimal.

Außerdem: Wenn die Bohne teuer ist, verschenkst du sie nirgends schneller als beim Mahlen. Ein verstellbares Kegelmahlwerk liefert eine gleichmäßigere Dosis als ein Schlagmesser, der günstigste Hebel in der Tasse. Die KINGrinder K6 steht bei rund 99 € auf Amazon.de (Preis abgerufen am 03.09.2026).

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Und die Maschine?

Vorkaufen bringt hier wenig: Der Preis eines Kaffeevollautomaten hat keine Verbindung zum Rohkaffeepreis, zwei getrennte Märkte. Die KRUPS Harmony liegt bei etwa 269 € auf Amazon.de (Preis abgerufen am 03.09.2026). Pumpendruck hin oder her, ein Espresso wird nach wie vor bei rund 9 bar am Puck extrahiert.

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Häufig gestellte Fragen

Besteuern die USA brasilianischen Kaffee noch?

Nein, für Roh- und Röstkaffee nicht mehr seit dem 13. November 2025 (Dekret vom 21. unterzeichnet). Löslicher Kaffee blieb länger belastet, erst am 16. Juli 2026 befreit.

Warum hatte Washington den Kaffee überhaupt besteuert?

Der 40-Punkte-Aufschlag vom 6. August 2025 hing am Verfahren gegen Ex-Präsident Jair Bolsonaro, nicht an einem Handelsstreit über Kaffee. Die USA bauen praktisch keinen Kaffee an, die Abgabe traf also ihre eigenen Importeure.

Zahlt Deutschland diese Zölle auf Kaffee?

Nein. Es geht um eine US-Einfuhrabgabe auf Ware, die in die Vereinigten Staaten kommt, nicht hierzulande. Kaffee, der in Hamburg oder Antwerpen anlandet, fällt nicht darunter.

Wird Kaffee wieder billiger?

Garantieren kann das keine Quelle. Aufs Regal wirkt das Wetter derzeit stärker als die US-Handelspolitik.

Wurde löslicher Kaffee getrennt behandelt?

Ja, und genau das ist die Falle in dieser Geschichte: Das Dekret vom November 2025 erfasste nur Roh- und Röstkaffee. Löslicher behielt seinen Aufschlag bis zum 16. Juli 2026. Bei Roh- und Röstkaffee gehören diese Zölle auf Kaffee inzwischen der Vergangenheit an, was bleibt, sind die Weltmarktkurse.

Quellen

  1. KPMG kpmg.com
  2. Daily Coffee News dailycoffeenews.com
  3. Reuters finance.yahoo.com
  4. Global Coffee Report gcrmag.com
  5. Boursorama boursorama.com
  6. Cultivar Magazine revistacultivar-fr.com
  7. IndexBox indexbox.io

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